Elke Erb und Greifswald

Einmal, im Frühsommer 1990, verramschten die Greifswalder Buchhändler ihren letzten in der DDR erschienenen Gedichtband „Kastanienallee“ – ein wahrhaft bibliophiles Buch – für 1 Mark der DDR. Sie brauchten Platz für die vielen bunten Bücher, die bald kommen sollten für die harte D-Mark. Immerhin gab es da, zum letzten Mal, Bücher von Elke Erb in Greifswalder Buchhandlungen.

Einmal schrieb sie ein Gedicht mit der Zeile: „Und Greifswalds Vogel ist Greif“.

Einmal sprach ich mit ihr nach einer Lesung im St. Spiritus. Sie versprach mir die Liste der Abweichungen in dem Band „Winkelzüge“ zu schicken. Sie drohte: es werde anstrengend sein, mit ihr über ihre Arbeit zu sprechen.

Sie schickte die Liste nicht, oder schrieb ich ihr nicht. Die Anstrengung fiel aus.

Einmal begann der Greifswalder Verein pom-lit.de einige Monate lang jede Sitzung mit Verlesung eines Gedichts von Elke Erb.

Einmal hielt sie mich im Saal des Koeppenhauses für den einzigen, der ihre Gedichte nicht verstand. Vielleicht hatte sie recht, für den einen Teil der Vermutung. Einmal trug ich einen Koffer fast mit ihrem Gesamtwerk durch die Stadt.

Heute, morgen, wenn Sie nach Greifswald kommen, hängt „Das aktuelle Elke-Erb-Gedicht“ an meiner Tür im Institut für Deutsche Philologie. Wenn Sie mehr wissen wollen, müssen Sie klopfen.

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Greifswald
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