Döblins Konversion

Döblin muss durch das Exil in Frankreich und Amerika, durch die Erfahrung des Zweiten Weltkriegs zu einer anderen Einstellung gelangt sein und wagt Sätze, die 1952 noch provokant waren: „Eigentlich sind wir ja alle Europäer, ob wir deutsch, französisch oder italienisch sprechen.“ Der Vortrag lebt im übrigen von einer stark religiös geprägten Metaphorik und legt so Zeugnis davon ab, wie sehr die im amerikanischen Exil vollzogene Konversion Döblins zum Katholizismus sein weiteres Denken und Wirken prägte. Brecht hatte auf diese 1943 bekannt gegebene Konversion mit seinem Gedicht „Peinlicher Vorfall“ reagiert. Es blieb Döblins Schicksal, dass er sich von anderen Exilschriftstellern entfernt hatte, aber nie als katholischer Schriftsteller wahrgenommen wurde.

Ralph Schock hat diese Dokumente mit Sorgfalt zusammengetragen und ediert. Zahlreiche Fotos und Reproduktionen alter Schriftstücke ergänzen den Band – ein äußerst bibliophiles Buch. / Tanya Lieske, Die Welt

Ralph Schock: Alfred Döblin – „Meine Adresse ist: Saargemünd.“ Gollenstein, Trier. 320 S., 21,90 Euro.

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Greifswald
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