Triebtat

Wenn Gedichte das schlechte Gewissen des Feuilletons sind, dann sind Anthologien die Triebtat der Verlage. Sei’s drum. In diesem Fall wurde der Trieb prima sublimiert: Die Schönheit ein deutliches Rauschen heißt, nach einer Wendung von Steffen Popp, der angenehm in der Hand liegende kleine Band. Herausgegeben wurde er von Ron Winkler, einem Lyriker der jüngeren Generation, der, natürlich, in Berlin lebt. Das Buch selbst stammt aus Leipzig, ist eben in der Edition Wörtersee der Connewitzer Verlagsbuchhandlung erschienen (156 Seiten, 15 €). Mehr als einhundert Gedichte von ­Autoren der jüngeren und mittleren Generation versammelt es, alphabetisch gesagt: von Andreas Altmann und Wilhelm Bartsch bis Judith Zander und Hennig Ziebritzki. Über das Thema hinaus bietet der Band so einen exzellenten Querschnitt durch die neuere und neueste deutschsprachige Lyrikproduktion – falls es dieses bildenden Anreizes überhaupt bedarf. Falls nicht, auch gut. Man sieht sich. Auf Hiddensee oder sonstwo zwischen Festland und Ferne. / Michael Angele, Freitag

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Greifswald
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2 Antworten zu Triebtat

  1. Stefan schreibt:

    Passt gut zu Herrn Angele, der den ehemals reichen Kulturteil des Freitag mittlerweile fast lyrikfrei gemacht hat. Oder täuscht mich mein Eindruck?

    Gefällt mir

  2. Pingback: 10. Sorgen und Ortsnamen « Lyrikzeitung & Poetry News

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