Ich habe einen Traum

ARTus-Kolumne „So gesehen“ Nr.541

„Es ist richtig an Kings Reden zu erinnern“, sagte Obama auf der offiziellen Eröffnungszeremonie des in vielerlei Hinsicht gigantischen King-Denkmals und so will ich gern, allerdings auf unsere Tage übersetzt, einige Passagen der „I Have a Dream“-Rede von 1963 zum Gegenstand des Jahres 2011 machen, womöglich ganz im Sinne Kings: „Wir sind gekommen, um einen beschämenden Zustand zu dramatisieren. Wir sind gekommen, um einen Scheck einzulösen. Als die Architekten unserer Republik die grandiosen Worte der Verfassung und der Unabhängigkeitserklärung schrieben, unterzeichneten sie einen Schuldschein, dessen Erbe jeder sein sollte. Dieser Schuldschein war ein Versprechen, dass allen Menschen die unveräußerlichen Rechte von Leben, Freiheit und dem Streben nach Glück garantiert wären. Es ist heute offensichtlich, dass der Schuldschein nicht eingelöst wurde und zwar in Hinsicht auf seine Bürger. Anstatt diese heilige Verpflichtung zu honorieren, wurde den Bürgern ein ungedeckter Scheck gegeben, ein Scheck, der mit dem Stempel ungenügender Deckung zurückgekommen ist. Wir weigern uns aber, daran zu glauben, dass die Bank der Gerechtigkeit bankrott ist. Wir weigern uns daran zu glauben, dass es eine ungenügende Deckung in den großen Tresorräumen der Gerechtigkeit gibt. Wir sind daher hierher gekommen, um diesen Scheck einzulösen, einen Scheck, der uns auf Verlangen die Reichtümer der Freiheit und die Sicherheit auf Gerechtigkeit gewähren wird. Dies ist nicht die Zeit, sich den Luxus der Abkühlung zu gestatten oder das Beruhigungsmittel der Allmählichkeit einzunehmen. Es ist jetzt die Zeit, die Versprechen der Demokratie zu verwirklichen. Es ist jetzt die Zeit, sich aus dem dunklen und trostlosen Tal der Trennung zum sonnenbestrahlten Pfad der Gerechtigkeit zu erheben. Es ist jetzt die Zeit, uns von den Treibsänden der Ungerechtigkeit zum Felsen der Gemeinschaft aller Menschen zu erhöhen. Es ist jetzt die Zeit, die Gerechtigkeit zu einer Realität für alle zu machen. Es wäre tödlich für uns, die Dringlichkeit des Moments zu übersehen. Der heiße Sommer der berechtigten Unzufriedenheit wird nicht vorbeigehen, bis es einen belebenden Herbst der Freiheit und Gleichheit gibt. Die Wirbelstürme der Revolte werden weiterhin das Fundament unserer Nation schütteln, bis der helle Tag der Gerechtigkeit erscheint. ICH HABE EINEN TRAUM! Ich habe einen Traum, dass eines Tages jedes Tal erhöht und jeder Hügel und Berg erniedrigt werden. Die unebenen Plätze werden flach und die gewundenen Plätze gerade. Dies ist unsere Hoffnung.“ Das ist meine Hoffnung. Ich danke dem Träumer King, der zu träumen nie aufhörte, dessen überzeugendstes Denk-Mal eine zum Nach-Denken einladende Rede bleibt.  ARTus

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Greifswald
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