Präsident Staeck auf Rügen

ARTus-Kolumne »SO GESEHEN« 584

Von Walter G. Goes (Bergen/Rügen)

Dass es ihn schon kurz nach dem Krieg als Kind nach Göhren auf Rügen verschlug, hat Klaus Staeck gleich bei seiner Ankunft in Bergen am vergangenen Freitagabend erzählt. »Mit einem Schild um den Hals und der Angabe des Zielortes« hatte man den einst Bitterfelder Jungen in überfüllte Züge verfrachtet. Zwei Tage habe die Tortur gedauert. Geblieben sind diese Reiseeindrücke, weniger das erste Erlebnis vom Meer.

Obwohl 2012 in einer der komfortabel eingerichteten Pfahlhaussuiten in der Wasserferienwelt »im jaich« in Lauterbach für eine Nacht untergebracht, blieb auch nach 65 Jahren wenig Zeit für Entspannung. Der Blick zum Badehaus Goor und auf die Insel Vilm war zwar bezaubernd und ein erfrischendes Morgenbad im Rügischen Bodden wäre für Frühaufsteher möglich gewesen, dagegen aber stand ein noch nicht kompensiertes Schlafdefizit vergangener Zeit und ein pralles Tagesprogramm am Sonnabend, verbunden mit dem eigentlichen Anlass des Besuchs. Klaus Staeck hatte es sich nicht nehmen lassen, seinen Jahresurlaub um einen Tag zu kürzen, um der Ausstellungseröffnung eigener Arbeiten im Atrium des sana-Krankenhauses Bergen beiwohnen zu können und zum Auftakt des Rügener NABU-Projektes Wir und das Klima seine Gedanken einer interessierten Öffentlichkeit mitzuteilen.

Aufmerksame Rüganer hatten sich den Termin lange vorgemerkt und so verwundert es nicht, dass alle hundert aufgestellten Stühle binnen kürzester Zeit besetzt waren und mehrere Besucher  sich mit einem Stehplatz hatten begnügen müssen. Er sei vor allem wegen seiner jungen Zuhörer gekommen, die wie er sich am Projekt beteiligen und auf deren Sicht er neugierig sei. Staeck: »Lasst Euch von meiner Sicht der Problematik nur anregen…, bezieht mit eigenen Gedanken eure Position!«

Unter den ausgestellten 25 Staeck-Plakaten finden sich jetzt schon Inkunabeln der Plakatkunst der Moderne. Sie schlugen nicht nur die Gymnasiasten vom nahen Arndt-Gymnasium in Bann. Schnell waren die mitgebrachten Bücher und Plakate der Edition Staeck unter Jung und Alt verkauft. Die Schlange der um eine Signatur nachsuchenden Käufer wollte nicht abreißen. Der Plakatkünstler, Verleger und Präsident lächelte und zückte seine Stifte.

Er wird mit Rügen wieder Kontakt aufnehmen, so gesehen nach dem Vorliegen von Ergebnissen  des Projektes und dem Erscheinen des Kataloges.

Darauf freut sich jetzt schon ARTus.

Der Präsident der Akademie der Künste Klaus Staeck (*1938) war vor einer Woche zu Gast auf der Insel Rügen. Zeichnung: ARTus

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Greifswald
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