Zeichnungen, Aquarelle & Bilder von Gerhard Moll in Putbus

ARTus-Kolumne  »SO GESEHEN« 591 • 6. Oktober 2012

von Walter G. Goes (Bergen/Rügen)

Im für Entdeckungen so ergiebigen Band von Ruth Negendanck Hiddensee – Die besondere Insel für Künstler, der 2005 in der edition fischerhuder kunstbuch des Verlages Atelier im Bauernhaus erschien, findet sich kein Verweis auf den Künstler Gerhard Moll, obwohl es eine wichtige, wenn auch schmale Hiddensee-Werk-Folge im von Jutta Zimmer als Nachlassverwalterin sorgsam betreuten Moll-Fundus gibt.

Fehlanzeige ebenso im von Gerd-Helge Vogel und Bernfried Lichtnau erstellten, 1993 erstmals verlegten und gern benutzten Kompendium Rügen als Künstlerinsel von der Romantik bis zur Gegenwart, das ansonsten durchaus mit wichtigen künstlerischen Querverweisen auf die Schwesterinsel Hiddensee aufwartet.

Gerhard Moll: ein unbekannt gebliebener, ein vergessener Künstler? Mit Sicherheit einer aus der »verlorenen«, der hin- und her geschobenen, im Geflecht der Neuorientierung zwischen West und Ost sich schmerzlich aufreibenden Generation, wie es Jörn Merkert im 1993 erschienenen Katalog Einsame Bilder des Welttheaters – zur Malerei von Gerhard Moll andeutete.

Es ist jene Generation, die dem »totalen Krieg« mit Glück und List (die im Katalog nachlesbare Vita spricht Bände!) gerade noch von der Schippe springen konnte und erst nach Ende des Zweiten Weltkrieges, im Nachkriegschaos und oft völlig mittellos das Erlebte zur künstlerischen Ansicht modeln konnte, dann aber persönlich in den Strudel sich aufblähender politischer Neuorientierungen geriet.

Molls Malerei »war lange Zeit an eine sehr individuelle, symbolische Kombinatorik aus Ding und Figur gebunden… (später) fand er in seinen Aquarellen zu weitgehend ungegenständlichen Bildformulierungen im Sinne der abstrakten, gestischen Malerei der 50er und 60er Jahre, bis er – teilweise inspiriert durch die Pop-art – zu einer figurativ-gegenständlichen Bildvorstellung zurückkehrte.«(J.M.)

Auf Rügen können wir den wichtigsten Werkstationen des Künstlers anschaulich nah kommen, besonders der Vielzahl der selten oder noch nie gezeigten Arbeiten wegen, die uns einen wichtigen Künstler seiner Zeit vorstellen, den wir nicht vergessen dürfen und das nicht nur der Hiddensee-Bilder wegen! ARTus

Selten oder noch nie gezeigte Arbeiten von Gerhard Moll (1920-1986) sind bis zum 18. November von der KulturStiftung Rügen in der Orangerie Putbus ausgestellt. Fotobearbeitung: ARTus

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