„Verbrechen am Kulturerbe“ – Sibylla Schwarz in einem neuen Jahrbuch aus Polen

Silesia Nova war eine von der Universität Wrocław herausgebene Vierteljahres-, vorher Zweimonatsschrift. Im 17. Jahrgang erscheint sie nun als Jahrbuch. Der fast 300 Seiten umfassende Band präsentiert ein Dossier zum 400. Geburtstag von Sibylla Schwarz, der pommerschen Autorin mit schlesischen Bezügen.

SILESIA NOVA. Jahrbuch für Kultur und Geschichte

17. Jahrgang | 2020

Institutionelle Träger Institut für Germanistik der Universität Wrocław / Willy Brandt Zentrum der Universität Wrocław Herausgeber Edward Białek, Detlef Krell, Thomas Maruck, Jan Pacholski, Krzysztof Ruchniewicz, Rainer Sachs. Gutachter Wojciech Kunicki. Dresden: Neisse Verlag, 2020. 290 S., € 20

Enthaltene Beiträge:

  • Detlef Krell: Sibylla Schwarz, Barockdichterin aus Vorpommern. Zu ihrem 400. Geburtstag
  • Sibylla Schwarz: Gedichte
  • Mirosława Czarnecka: Sibylla Schwarz (1621-1638) und ihr Selbstverständnis als Autorin (Nachdruck eines Beitrags aus dem Band „Auf den zweiten Blick. Frauen und Männer der Nordkirche vom Mittelalter bis zur Gegenwart“, Husum 2018)
  • Tomasz Jabłecki: „Gerne schryb ich weiter fort/ doch die Faust will mir erkalten.“ Epigonalität und Originalität in der Gelegenheitsdichtung von Sibylla Schwarz (Inhaltlich unveränderte Fassung des Artikels in Daphnis 44 / 2016)
  • Kalina Mróz-Jabłecka: Sibylla Schwarz in der Leichenpredigt von Christoph Hagen. Die Lebenswelt der gelehrten Jungfrau aus der Greifswalder Stadtelite – ein Vergleich mit Breslau. (Inhaltlich unveränderte Fassung des Artikels in Daphnis 44 / 2016)
  • Ludwig Giesebrecht: Ueber einige Gedichte der Sibylla Schwarz (Nachdruck eines Aufsatzes, der 1865 in Stettin erschienen ist)

Ein auf Greifswald bezogenes Zitat aus der Einleitung von Detlef Krell:

Ein außerhalb der Stadt Greifswald kaum wahrgenommener, aber in seiner Dimension für das europäische Kulturerbe relevanter Frevel, man möchte es ein Verbrechen am Kulturerbe nennen, verbindet sich mit dem Geburtshaus von Sibylla Schwarz. Das Wohnspeicherhaus Baderstraße 2 mit seinem schönen Spätrenaissancegiebel besteht seit mindestens 1540 und befand sich bis 1665 im Eigentum der Familie Schwarz, es wurde von der Familie auch während des Dreißigjährigen Krieges bewohnt. Der heutige Eigentümer aus Baden-Württemberg überläßt das Haus seit fast drei Jahrzehnten dem Verfall. Zu seinen nicht realisierten Nutzungsideen gehörten Erlebnisbäckerei, Eisdiele und Dönerimbiß. Eine Initiative der Stadt zur Enteignung scheiterte an der Rechtslage. Zwar besteht seit 2019 eine Absichtserklärung des Eigentümers und des Fördervereins Sibylla Schwarz, für das Haus eine denkmalgerechte Nutzung zu ermöglichen, wobei der Verein einen Bürgen für die Garantie der Mietzahlungen aufbringen muß, aber auch zum 400. Geburtstag von Sibylla Schwarz ist ihr einstiges Wohnhaus das einzige unsanierte in der malerischen Greifswalder Altstadt. Das seit Jahren vorliegende Nutzungskonzept des Vereins sieht ein Museum, Ausstellungsräume, Cafe und Arbeitsräume für Wissenschaftler vor. ■ / SILESIA NOVA | 2020 | S. 177

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Greifswald
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